Kundgebung gegen Nationalpark Steigerwald

Artikel in der Main-Post
„Wir sind kein Monopoly-Spiel, in dem man einfach die Figuren hin und her schiebt“, das machte Oskar Ebert, zweiter Vorsitzender des Vereins „Unser Steigerwald“ am Samstag bei einer Demonstration in Ebrach deutlich. Etwa 300 Männer, Frauen und Kinder hatten sich vor dem Hotel eingefunden, in dem der Bund Naturschutz eine Tagung zum Thema Nationalpark im Steigerwald veranstaltete.
Viele Bürgermeister aus dem Steigerwald gesellten sich zu den Demonstranten, so Robert Finster aus Frankenwinheim, Josef Radler aus Oberschwarzach, Richard Köth aus Schwanfeld und natürlich die Vorstandsmitglieder Heinrich Thaler aus Burgwindheim und Siegfried Ständecke aus Michelau. Auch Kreisrätinnen und Kreisräte aus den Kreisen Haßberge, Schweinfurt und Bamberg konnte Oskar Ebert begrüßen.
Dass die Proteste nötig seien, das beweise der Bayerische Wald, so Ebert, denn „dort hat der Bund Naturschutz eine ganze Region so beschädigt, dass die nur noch am Krückstock der Subvention gehen kann“. Das müsse im Steigerwald unbedingt verhindert werden. Er widersprach Landrat Günther Denzler, denn auch BUND-Vorsitzender Hubert Weiger habe bestätigt, dass es einen Status als Weltnaturerbe „nicht ohne Gegenleistung gibt“. Dies sei ein Spiel mit dem Feuer, denn beim Weltnaturerbe lege die UNESCO die Regeln fest, die örtlichen Gremien seien völlig außen vor.
Sehr enttäuscht zeigte sich Ebert, dass eine Diskussion mit dem Bund Naturschutz bisher immer an dessen klarer Aussage scheiterte, dass es für den BUND keine Alternative zum Nationalpark gibt. So bleibe nur die Gegenbewegung. Allerdings werde man sich vom Verein aus niemals auf das Niveau der „dümmlichen Werbeaktion Steigermän und Buche Emma herablassen“, so Ebert.
Mit diesen Figuren werde zwar überregional um Unterschriften für einen Nationalpark geworben, doch Siegfried Ständecke konnte aber am Samstag mitteilen, dass „Unser Steigerwald“ bereits die angestrebte Marke von 10000 Unterschriften überschritten habe – gegen den Nationalpark natürlich „und ausschließlich von Menschen aus der Region, nicht von Schauspielern in Fußgängerzonen“. Nur zwei E-Mails habe er verschickt, der Rest sei ein Selbstläufer gewesen. „Wir sammeln weiter, bis der Ministerpräsident kommt“, so der Bürgermeister von Michelau. Die Beteiligung nur weniger örtlicher Vertreter und vieler von teils sehr weit weg am Symposium im Hotel kritisierte auch Staatssekretär Gerhard Eck, der Vorsitzende des Vereins „Unser Steigerwald“, der mittlerweile rund 3 200 Mitglieder hat. Eck forderte den BUND auf, sich dort um die Natur zu kümmern, wo es echte Probleme gebe, statt in ein gut funktionierendes System im Steigerwald einzugreifen. Viele Wissenschaftler hätten mittlerweile nachgewiesen, dass die absolute Unterschutzstellung weder dem Arten- noch dem Klimaschutz dient. Ein Nationalpark sei auch keine Jobmaschine, was in bestehenden Nationalparks nachgewiesen werden könne.
Die Unterstützung des Bauernverbandes sicherte die Schweinfurter Kreisbäuerin und stellvertretende Bezirksbäuerin Sieglinde Fackelmann (Frankenwinheim) den Demonstranten zu.
Aus dem Gerolzhöfer Stadtwald berichtete Heinrich Thaler, dass man dort mit dem Buchen-Borkenkäfer zu kämpfen habe und der drohe sich im Zuge des Klimawandels zu vermehren. Er bat die Vereinsmitglieder, weiterhin aktiv gegen Fremdbestimmung zu kämpfen, denn „nachfolgende Generationen werden uns diesen Einsatz danken.“
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