Hainich – Steigerwald

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Größenvergleich, Besiedelung und Verkehrswege:
Vergleich Hainich-Stgw

Pressemitteilung zur Klage des Natioalparkvereins

Pressebericht vom Verein „Unser Steigerwald“ zur Popularklage des Vereins Nationalpark Nordsteigerwald
Der Nationalparkverein hat sich nun entschlossen, gegen die Aufhebung des Schutzgebietes „Der hohe Buchene Wald“ in Ebrach durch die Regierung von Oberfranken eine Popularklage beim Bayerischen Verfassungsgericht einzureichen. Der ehemalige Bamberger Landrat hatte dieses Schutzgebiet kurz vor dem Ende seiner Amtszeit ausgewiesen. In mehreren Rechtexpertisen wurde diese Ausweisung damals als nicht rechtmäßig, teilweise sogar als rechtswidrig bezeichnet.
Jedem, der sich mit dem Sachverhalt objektiv beschäftigt ist klar, dass die Hintergründe für die damalige Ausweisung eines Totalreservats durch den Bamberger Landrat Dr. Denzler ein beispielloser Willkürakt war. Es gab weder eine Schutzwürdigkeit, da der Bereich ein ganz normaler Wirtschaftswald ist, noch die Notwendigkeit des Schutzes, da dieser Waldbereich ohnehin FFH Gebiet ist und dadurch einen hohen Schutz genießt.Denzler ging es einzig und allein um die Ausweisung eines Schutzgebietes, um den Titel Weltnaturerbe beantragen zu können.Die Rücknahme durch die Regierung von Oberfranken war deshalb nur folgerichtig.
Bei dem Waldgebiet bei Ebrach handelt es sich entgegen der Darstellung des BUND Naturschutz um kein außergewöhnliches Waldgebiet. Deutschlandweit gibt es Tausende Hektar solcher Wälder. Die Wälder im Ebracher Forst sind im Durchschnitt gerade einmal 90 Jahre alt. Es gibt erhebliche Nadelbaumanteile. Altbäume fehlen weitgehend. Grund ist Nutzung dieses Waldgebiets, welche schon auf die Jahrhunderte lange intensive Nutzung durch die Zisterziensermönche zurückgeht. Letztere waren alles andere als Naturschützer, wie immer wieder fälschlicherweise von den Umweltverbänden behauptet wird, und haben schon damals ziemlich rigoros die Wälder im Steigerwald zu Geld gemacht. So wurden schon zu Zisterzienserzeit systematisch alle alten Eiche im Steigerwald gefällt. Auch die Brennholznutzung hat im Steigerwald eine Jahrhunderte lange Tradition.
Kein vernünftiger Mensch in der langen Geschichte der Nutzung im Steigerwald wäre jemals auf die Idee gekommen, in weitgehend ebener Lage kein Holz zu nutzen. Der Verein Unser Steigerwald sieht deshalb auch die riesigen Mengen Totholz, welche der Forstbetrieb Ebrach im Zuge seines Naturschutzkonzepts im Wald liegen lässt, mit gemischten Gefühlen. Immerhin handelt es sich um bestes Brenn- teils sogar Stammholz, welches den örtlichen Holzbedarf entzogen ist.Im Gegensatz zu den Naturschutzverbänden kann der Forstbetrieb Ebrach jedoch glaubhaft die Notwendigkeit seines Naturschutzkonzepts wissenschaftlich begründen und dies auch mit einer Zunahme der Artenvielfalt belegen. Die Verteilung von 1200 Hektar Stillegungsflächen in kleinen Portionen, das Europa weit viel beachtete „Trittsteinkonzept“ des Forstbetriebs Ebrach, und die vielen Biotopbäume pro Hektar lassen sich sehr gut mit der ökologisch sinnvollen Holznutzung kombinieren.Vor allem auch deshalb werden die Wälder im Steigerwald mit zu den wertvollsten Laubwaldgebieten Deutschlands gezählt.
Wenn nun nach den Klagen des BN und des LBV eine weitere Klage auf den Weg gebracht werden soll, ist das als populistischer Trick leicht zu entlarven. Dass sich eine renommierte Anwaltskanzlei dafür hergibt, wird wohl teuer erkauft worden sein. Dass allerdings Herr Baumann, nach dem Pressebericht allen, die dem ehemaligen Bamberger Landrat Dr. Denzler „Vorwürfe gemacht haben als Halunken“ bezeichnet, zeugt von einer beispielhaften Niveaulosigkeit des Rechtsvertreters des Nationalparkvereins. Nicht nur die Menschen im Steigerwald, sondern auch seine Kolleginnen und Kollegen, die eine andere Meinung vertreten, beleidigt er dadurch. Offensichtlich will er mit billigen Parolen punkten, weil er keine Argumente hat.
Oskar Ebert, Stellvertr. Vorsitzender Unser Steigerwald e.V.

Das Märchen von der freien Wegewahl in einem Nationalpark

Aus der „Mittelbayerische Zeitung“ vom 22.04.2016 – aus dem Nationalpark Bayerischer Wald

Wegegebot unbedingt einhalten
Trotzdem hat die Nationalparkverwaltung ein großes Anliegen: „Bitte halten Sie unbedingt das Wegegebot in den Kerngebieten des Nationalparks ein und verlassen Sie das markierte Wegenetz bis Mitte Juli nicht“.
Alle Informationen über Wegesperrungen und -behinderungen finden sich wie immer auch auf der Internetseite www.nationalpark-bayerischer-wald.de/wegeservice. Hier sind die aktuellsten Informationen in einer Karte sowie einer zugeordneten Tabelle samt Angaben über Dauer, Grund und etwaige Umleitungen zusammengestellt. Die Nationalparkverwaltung ersucht alle Besucher darum, sich direkt vor einer Wanderung oder Fahrradtour über den Zustand der markierten Wege im Nationalpark Bayerischer Wald zu informieren.

Und auf der Internetseite erfährt man dann, wie die „Wegegebote“ (= Betretungsverbote) überwacht werden:

Weit über 100 Ranger!

„Bei einem Besuch im Nationalpark werden Sie bei Ihren Wanderungen oder Radtouren früher oder später Personen in olivgrünen Uniformen (wie die Polizei) begegnen: Mitarbeiter der Nationalparkwacht, auch „Ranger“ genannt. Außerdem achten sie darauf, dass die Nationalparkregeln und gesetzlichen Schutzvorschriften eingehalten werden.“

Da bleibt nur zu wünschen: „Viel Spaß beim Erkunden der Natur – lassen sie sich nur nicht erwischen“!

Verordnung wegen Rechtswidrigkeit aufgehoben

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Aufhebung der Verordnung über den geschützten
Landschaftsbestandteil „Der Hohe Buchene Wald im Ebracher Forst“

Mit der Ausweisung eines „Geschützten Landschaftsbestandteils“ hatte der ehemalige Bamberger Landrat Dr. Denzler nach unserer Meinung Rechtsbeugung betrieben.

Der Verein „Unser Steigerwald“ hatte deshalb auch fristgerecht Einwendungen gegen diese Verordnung erhoben.

Diese „Rechtswidrigkeit“ wurde nun auch von der Regierung von Oberfranken festgestellt. Deshalb wurde zum 1. September 2015 die Aufhebung der Verordnung verfügt.
Nach der Rechtsauffassung der Regierung von Oberfranken ist „die Verordnung des Landratsamtes Bamberg über den geschützten Landschaftsbestandteil „Der hohe Buchene Wald im Ebracher Forst“ vom 16.04.2014 rechtswidrig, da die Verordnung nicht von der Ermächtigungsgrundlage des § 29 BNatSchG gedeckt ist.
Die Regierung von Oberfranken schreibt weiter, dass „der Hohe Buchene Wald kein tauglicher Schutzgegenstand für einen geschützten Landschaftsbestandteil“ ist. Er ist nach Auffassung der Regierung „kein aus der Landschaft herausgehobenes Objekt, wie das Gesetz es verlangt. Daher war die Verordnung aus Gründen der Rechtsstaatlichkeit und auch im Interesse der Rechtsklarheit und – sicherheit aufzuheben.“
Die Regierung teilt also vollumfänglich die Rechtsauffassung des Vereins „unser Steigerwald“.
Für uns ist dieser Waldbereich ein ganz normaler Wirtschaftswald, der sich in keiner Weise von den Waldbereichen der Umgebung abgrenzen lässt.
Denzler ging es wohl nur darum, mit dem Erlass dieser Verordnung ein Großschutzgebiet auszuweisen, um möglicherweise die Voraussetzung für einen Nationalpark zu schaffen.

Es ist schon sehr peinlich für einen ehemaligen Landrat, wenn ihm von der Regierung „Rechtswidriges Verhalten“ bescheinigt wird.
Genau so peinlich ist es, wenn nun der Bund Naturschutz diese Aufhebung beklagt, von der er genau weiß, wie sie zustande gekommen ist.

Wissenschaft: Schutzgebiete gefährden die Artenvielfalt

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts haben herausgefunden, dass durch “Schutzgebiete” Monokulturen entstehen, mit einer reduzierten Artenvielfalt und einer unausgewogenen Tierwelt:

Presseinformation
Jena, den 02. Dezember 2014
Das Wild siegt über den Artenschutz
Schutzgebiete im Wald können kaum zum Artenschutz beitragen, solange das Wild die artenreiche Baumverjüngung der geschützten Waldfluren auffrisst.
Nicht überall wo Artenschutz erreicht werden soll, kommt es auch zum Schutz von Arten. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena haben zusammen mit rumänischen Kollegen auf fast 7000 Unter-suchungsflächen in Thüringen und in Rumänien den Zustand der Wald-verjüngung untersucht. In den geschützten Gebieten der Laubwälder kommt es zu einer so großen Vermehrung von Reh und Hirsch, dass die erwünschte Biodiversität, in diesem Falle die Baumverjüngung, aufge-fressen wird. Die Forscher folgern, dass das ambitionierte politische Ziel der Biodiversitätsstrategie, fünf Prozent des Waldes zu schützen und aus der Nutzung zu nehmen, eher zu einem Artenverlust führen wird.
In ihrer umfassenden, in der Größe bisher einzigartigen Inventur haben die Forscher den Bestand großer Waldgebiete untersucht. Auf regionaler Skala gehen in Thüringen, nach Ergebnissen der Studie, etwa 50 bis 60 Prozent der Baumarten durch Wildverbiss verloren. In Rumänien sind es zehn bis 30 Prozent der Baumarten. Die Schäden sind in beiden Ländern am größten in geschützten Gebieten. Der Grund: in Schutzgebieten tummeln sich zu viele Paarhufer, die die jungen Baumtriebe fressen. Das ursprüngliche Schutzziel geht so insgesamt verloren. Aber nicht nur dort, auch Wirt-schaftswälder haben zu hohe Wildschäden, so dass auch das erklärte Wirtschaftsziel eines ökolo-gischen Waldumbaus in Frage gestellt ist.
„Die Situation ist äußerst ernst“ sagt Ernst-Detlef Schulze, Emeritus Professor am Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena. In Thüringen sollen 25.000 Hektar Wald aus der Bewirtschaftung ge-nommen werden, um Arten zu schützen. „Im Augenblick werden dadurch Monokulturen von Buche erzeugt, unter anderem da Buchentriebe deutlich weniger von Reh und Hirsch gefressen werden als Begleitbaumarten. Ökologisch gesehen ist die Situation vergleichbar mit anderen Monokulturen z.B. Fichtenwäldern.“
Die Studie macht deutlich, dass Artenschutz und deren Konzepte nur im komplexen Zusammenhang mit der gesamten Fauna und Flora gesehen werden kann. Der Pflanzenexperte Schulze hat daher die Waldinventur gemeinsam mit Experten aus der Vegetationskunde und der Zoologie durchgeführt: „Wir sehen hier die Problematik eines möglicherweise zu eng fokussierten Naturschutzes“ sagt Helge Walentowski von der Bayerischen Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft in Freising, “denn wir haben in Schutzgebieten viel Totholz, aber z.B. keine Schmetterlinge mehr. Der Verlust der verschiedenen Baumarten durch Verbiss führt zu einem Artenschwinden bei den Schmetterlingen. Jede zweite Art stirbt, weil die Nahrungsgrundlage der Insekten, die meist auf eine oder wenige Pflanzenarten spezialisiert sind, durch das Reh im Keimlingsalter weggefressen wird“.
Das Fehlen von Raubtieren führt in den geschützten Gebieten zur großen Vermehrung von Reh und Hirsch. „Die Situation wird sich erst ändern, wenn die rechtlichen Grundlagen zur Bejagung geändert werden“ sagt Frau Laura Bouriaud, Professorin für Forstrecht an der Forstlichen Hochschule in
Postfach 10 01 64
07701 Jena
Hans-Knöll-Straße 10
07745 Jena
Tel.: +49 (0)3641 57-60
Fax: +49 (0)3641 57-70
www.bgc-jena.mpg.de

Suceava, Rumänien.“ Es gibt keinen Grund dafür, dass Jäger ein Monopol auf die Regulation der Wildbestände halten, wenn die Populationen außer Kontrolle geraten“.
Domink Hessenmöller, Mitarbeiter bei Thüringen Forst fordert daher: „Nur eine nachhaltige Bewirtschaftung von Wald und Wild kann den Zustand der Biodiversität im Wald erhalten.“
Überraschende Zusammenhänge kamen auch aus Rumänien: „Wir waren selber über den Befund erstaunt, und zwar umso mehr, als wir die Schäden so nicht erwartet hatten.“ sagt Olivier Bouriaud vom Rumänischen forstlichen Forschungs- und Management-Institut in Bukarest. „Wir haben nämlich Wolf, Bär und Luchs in Rumänien. Doch jagt der Wolf lieber ein Schaf auf den alpinen Weiden als ein Reh auf alpinen Waldhängen; wir haben also immer noch den Wildverbiss im Wald.

Kontakt
Prof. Dr. Ernst-Detlef Schulze
MPI für Biogeochemie, Jena, Deutschland
E-Mail: dschulze@bgc-jena.mpg.de
www.bgc-jena.mpg.de
Dr. Olivier Bouriaud
Forest Research and Management Institut, Campulung, Rumänien
E-Mail: obouriaud@gemail.com

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