Pressebericht zur Entscheidung von 20 Gemeinden

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Als Nachhaltigkeitsregion bestehende Strukturen stärken und neue Maßstäbe setzen, das wollen die 16 Bürgermeister aus dem Steigerwald, die gestern im Nachhaltigkeitszentrum Wald in Handthal ihre Pläne für eine künftige Entwicklung im Steigerwald vorstellten. Die Basis dieser Entwicklung ist eine Resolution, die mittlerweile von 20 Stadt-, Markt- und Gemeinderäten im Steigerwald verabschiedet wurde. Sie wendet sich im Tenor gegen die Ausweisung eines Großschutzgebiets stellt sich hinter eine nachhaltige Waldbewirtschaftung auf der Basis des Trittsteinkonzepts. Das Thema Nachhaltigkeit soll aber auch weit über die Frage der Waldbewirtschaftung hinaus weiter vertieft werden.
Die Initiative zur Resolution kam zum einen vom Verein „Unser Steigerwald“, aber auch aus dem Netzwerk von 25 Bürgermeistern, die sich seit Jahren immer wieder treffen, um gemeinsame Entwicklungskonzepte für den Steigerwald zu entwickeln. Ein solches Netzwerk sei wichtig, so Siegfried Ständecke, Bürgermeister von Michelau, weil sich die Menschen im Steigerwald zwar verbunden fühlten, die Region aber von vielen unsichtbaren Grenzen durchschnitten sei, die Kooperation nicht selbstverständlich machen. So treffen sich im Steigerwald drei Regierungsbezirke und sechs Landkreise. „Durch diese Lage kann man den Steigerwald aber auch als Herz Frankens bezeichnen“, so Ständecke.
Schon immer habe man hier nachhaltig gewirtschaftet, ein großer Wirtschaftsfaktor sei der Wald. Dass der Steigerwald als Wirtschaftswald so ökologisch wertvoll wurde, wie er heute ist, das zeige deutlich, dass die Form der Bewirtschaftung, weiterentwickelt von Ulrich Mergner zum Trittsteinkonzept des Forstbetriebs Ebrach, eine ideale Basis sei für eine zukunftsweisende Waldwirtschaft. „Obwohl wir 100.000 Festmeter Holz im Jahr nutzen, haben wir enorme Fortschritte in der Artenvielfalt auf ganzer Fläche des Wirtschaftswaldes“, so Ulrich Mergner.
Eine großflächige Stilllegung für einen Nationalpark lehnen die Kommunen, die die Resolution verabschiedet haben, ab. In der Gegenüberstellung der Karten des nördlichen Steigerwaldes und des Nationalparks Hainich in Thüringen wurde deutlich, dass ein solches Großschutzgebiet zwischen den zahlreichen Straßen und Orten gar nicht sinnvoll ausgewiesen werden kann. Dazu sorgen sich die Bürgermeister der Region um die mittelständischen Betriebe, die Holz weiterverarbeiten. „Das sind 1.000 Arbeitsplätze, nicht nur in Sägewerken“, so Rauhenebrachs Bürgermeister Matthias Bäuerlein. Gemeinsam mit seinem Kollegen Heinrich Faatz aus Walsdorf zeigte er auf, wie durch die Nutzung von Holz regionale Wertschöpfung entsteht bei gleichzeitigem Klimaschutz, nicht nur durch die kurzen Wege. So produzieren in Walsdorf drei Hackschnitzelöfen zwei Megawatt Leistung, was einer Wertschöpfung von über 100.000 Euro pro Jahr entspricht und die Verfeuerung von zehn Tanklastzügen Heizöl ersetzt.
Holz als erneuerbare Energie, vor allem aber als Bau- und Werkstoff habe enorme Potentiale und die Region Steigerwald sei prädestiniert, hier Akzente zu setzen, so Claus Seifert. Der Bürgermeister von Scheinfeld fordert eine Forschungseinrichtung zu diesem Thema in Franken. Was alles möglich ist, das zeige einerseits das neue Spanplattenwerk Marktbiebart, das mit dem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet wurde, andererseits die Entwicklung der Scheinfelder Holztage. Kamen bei der Premiere im Jahre 2008 noch 20 Anbieter, waren es in diesem Jahr 200 Aussteller vom Parkettleger bis zum Musikinstrumenten-Bauer und der Holzschmuck-Designerin, die bei über 10.000 Besuchern Interesse fanden. „Wir wollen die Nutzung des Holzes bei gleichzeitigem Naturschutz und da unterstützen wir Euch aus dem südlichen Steigerwald natürlich“, erklärte Seifert seinen Kollegen aus dem nördlichen Steigerwald.
Die Initiative „Nachhaltigkeitsregion Steigerwald – der bessere Weg für unsere Heimat“ entwickelte die gleichnamige Resolution und der Verein „Unser Steigerwald“ bat die Kommunen im Nördlichen Steigerwald, diese in ihren Gremien zu behandeln. „Damit wollten wir abklären, ob sich nach den letzten Kommunalwahlen die Einstellung zum Nationalpark wirklich gewandelt hat, wie das der Bund Naturschutz immer behauptet“, so der Vorsitzende von „Unser Steigerwald“, Staatssekretär Gerhard Eck. Während Gerolzhofen, Eltmann und Knetzgau die Resolution noch nicht auf der Tagesordnung hatten, wurde sie von Rödelsee, Geiselwind, Prichsenstadt, Iphofen, Abtswind, Rüdenhausen, Wiesenbronn, Castell, Wiesentheid, Burgwindheim, Frankenwinheim, Sulzheim, Oberschwarzach, Dingolshausen, Michelau, Donnersdorf, Oberaurach, Rauhenebrach, Walsdorf und Schönbrunn bereits zustimmend verabschiedet.
Damit unterstützen diese Kommunen das Trittsteinkonzept des Forstbetriebs Ebrach und fordern ein Wissenschaftsprojekt zur Begleitung dieses Konzepts. „Und wenn wir erreichen, dass das die Standard-Bewirtschaftung in Bayern oder ganz Deutschland wird, dann haben wir viel mehr erreicht, als ein Nationalpark jemals erreichen kann“, so Siegfried Ständecke. International setzt das Konzept bereits Akzente, viele Waldfachleute kamen schon nach Ebrach und nach Handthal, erst vor drei Wochen versammelten sich hier Naturschutz-Spezialisten aus 18 Nationen. „Wir gelten hier als Musterbeispiel des Prinzips Schützen und Nützen“, so Ulrich Mergner. Deutschland sei ein sehr intensiver Holznutzer, nur etwa ein Drittel des Bedarfs könne aber im Land produziert werden, der überwiegende Teil stamme aus Gebieten, wo noch heute Kahlschläge die Regel seien. Deshalb sei es wichtig, ein zukunftsweisendes Forstkonzept umzusetzen, statt großflächig Wälder still zu legen.
„Die hier anwesenden Bürgermeister sind keine Nein-Sager, sie wollen gemäß ihrem Wählerauftrag ihre Region mit ihren Gremien eigenverantwortlich entwickeln“, erklärte Staatssekretär Gerhard Eck. „Hier geht es nicht um Ideologien, sondern darum, wie unsere Bevölkerung in Zukunft lebt“, ergänzte Bürgermeister Matthias Bäuerlein.

Berichterstatterin Sabine Weinbeer

TV-Bericht über Naturschutz in Steigerwaldgemeinden

http://www.tvtouring.de/mediathek/140180

Bei diesem Pressetermin zu einer Naturschutz-Resolution von 20 Steigerwaldgemeinden waren nur der BR und TV-Touring anwesend.
Von den eingeladenen Printmedien ist nur eine freie Berichterstatterin auf Eigeninitiative erschienen.
Bei den 16 anwesenden Bürgermeistern stieß das auf Befremden.

Hainich – Steigerwald

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Größenvergleich, Besiedelung und Verkehrswege:
Vergleich Hainich-Stgw

Pressemitteilung zur Klage des Natioalparkvereins

Pressebericht vom Verein „Unser Steigerwald“ zur Popularklage des Vereins Nationalpark Nordsteigerwald
Der Nationalparkverein hat sich nun entschlossen, gegen die Aufhebung des Schutzgebietes „Der hohe Buchene Wald“ in Ebrach durch die Regierung von Oberfranken eine Popularklage beim Bayerischen Verfassungsgericht einzureichen. Der ehemalige Bamberger Landrat hatte dieses Schutzgebiet kurz vor dem Ende seiner Amtszeit ausgewiesen. In mehreren Rechtexpertisen wurde diese Ausweisung damals als nicht rechtmäßig, teilweise sogar als rechtswidrig bezeichnet.
Jedem, der sich mit dem Sachverhalt objektiv beschäftigt ist klar, dass die Hintergründe für die damalige Ausweisung eines Totalreservats durch den Bamberger Landrat Dr. Denzler ein beispielloser Willkürakt war. Es gab weder eine Schutzwürdigkeit, da der Bereich ein ganz normaler Wirtschaftswald ist, noch die Notwendigkeit des Schutzes, da dieser Waldbereich ohnehin FFH Gebiet ist und dadurch einen hohen Schutz genießt.Denzler ging es einzig und allein um die Ausweisung eines Schutzgebietes, um den Titel Weltnaturerbe beantragen zu können.Die Rücknahme durch die Regierung von Oberfranken war deshalb nur folgerichtig.
Bei dem Waldgebiet bei Ebrach handelt es sich entgegen der Darstellung des BUND Naturschutz um kein außergewöhnliches Waldgebiet. Deutschlandweit gibt es Tausende Hektar solcher Wälder. Die Wälder im Ebracher Forst sind im Durchschnitt gerade einmal 90 Jahre alt. Es gibt erhebliche Nadelbaumanteile. Altbäume fehlen weitgehend. Grund ist Nutzung dieses Waldgebiets, welche schon auf die Jahrhunderte lange intensive Nutzung durch die Zisterziensermönche zurückgeht. Letztere waren alles andere als Naturschützer, wie immer wieder fälschlicherweise von den Umweltverbänden behauptet wird, und haben schon damals ziemlich rigoros die Wälder im Steigerwald zu Geld gemacht. So wurden schon zu Zisterzienserzeit systematisch alle alten Eiche im Steigerwald gefällt. Auch die Brennholznutzung hat im Steigerwald eine Jahrhunderte lange Tradition.
Kein vernünftiger Mensch in der langen Geschichte der Nutzung im Steigerwald wäre jemals auf die Idee gekommen, in weitgehend ebener Lage kein Holz zu nutzen. Der Verein Unser Steigerwald sieht deshalb auch die riesigen Mengen Totholz, welche der Forstbetrieb Ebrach im Zuge seines Naturschutzkonzepts im Wald liegen lässt, mit gemischten Gefühlen. Immerhin handelt es sich um bestes Brenn- teils sogar Stammholz, welches den örtlichen Holzbedarf entzogen ist.Im Gegensatz zu den Naturschutzverbänden kann der Forstbetrieb Ebrach jedoch glaubhaft die Notwendigkeit seines Naturschutzkonzepts wissenschaftlich begründen und dies auch mit einer Zunahme der Artenvielfalt belegen. Die Verteilung von 1200 Hektar Stillegungsflächen in kleinen Portionen, das Europa weit viel beachtete „Trittsteinkonzept“ des Forstbetriebs Ebrach, und die vielen Biotopbäume pro Hektar lassen sich sehr gut mit der ökologisch sinnvollen Holznutzung kombinieren.Vor allem auch deshalb werden die Wälder im Steigerwald mit zu den wertvollsten Laubwaldgebieten Deutschlands gezählt.
Wenn nun nach den Klagen des BN und des LBV eine weitere Klage auf den Weg gebracht werden soll, ist das als populistischer Trick leicht zu entlarven. Dass sich eine renommierte Anwaltskanzlei dafür hergibt, wird wohl teuer erkauft worden sein. Dass allerdings Herr Baumann, nach dem Pressebericht allen, die dem ehemaligen Bamberger Landrat Dr. Denzler „Vorwürfe gemacht haben als Halunken“ bezeichnet, zeugt von einer beispielhaften Niveaulosigkeit des Rechtsvertreters des Nationalparkvereins. Nicht nur die Menschen im Steigerwald, sondern auch seine Kolleginnen und Kollegen, die eine andere Meinung vertreten, beleidigt er dadurch. Offensichtlich will er mit billigen Parolen punkten, weil er keine Argumente hat.
Oskar Ebert, Stellvertr. Vorsitzender Unser Steigerwald e.V.

Das Märchen von der freien Wegewahl in einem Nationalpark

Aus der „Mittelbayerische Zeitung“ vom 22.04.2016 – aus dem Nationalpark Bayerischer Wald

Wegegebot unbedingt einhalten
Trotzdem hat die Nationalparkverwaltung ein großes Anliegen: „Bitte halten Sie unbedingt das Wegegebot in den Kerngebieten des Nationalparks ein und verlassen Sie das markierte Wegenetz bis Mitte Juli nicht“.
Alle Informationen über Wegesperrungen und -behinderungen finden sich wie immer auch auf der Internetseite www.nationalpark-bayerischer-wald.de/wegeservice. Hier sind die aktuellsten Informationen in einer Karte sowie einer zugeordneten Tabelle samt Angaben über Dauer, Grund und etwaige Umleitungen zusammengestellt. Die Nationalparkverwaltung ersucht alle Besucher darum, sich direkt vor einer Wanderung oder Fahrradtour über den Zustand der markierten Wege im Nationalpark Bayerischer Wald zu informieren.

Und auf der Internetseite erfährt man dann, wie die „Wegegebote“ (= Betretungsverbote) überwacht werden:

Weit über 100 Ranger!

„Bei einem Besuch im Nationalpark werden Sie bei Ihren Wanderungen oder Radtouren früher oder später Personen in olivgrünen Uniformen (wie die Polizei) begegnen: Mitarbeiter der Nationalparkwacht, auch „Ranger“ genannt. Außerdem achten sie darauf, dass die Nationalparkregeln und gesetzlichen Schutzvorschriften eingehalten werden.“

Da bleibt nur zu wünschen: „Viel Spaß beim Erkunden der Natur – lassen sie sich nur nicht erwischen“!

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