Touristiker aus dem Bayerischen Wald berichten

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Auf Einladung des Nationalparkvereins kamen Touristiker aus dem Bayerischen Wald nach Gerolzhofen. Selbst verständlich waren das für ihre Bereiche vorbildliche, engagierte Personen, die für dortige Verhältnisse auch respektable Arbeitserfolge vorweisen konnten. Leider war kein Touristiker aus dem Steigerwald anwesend, der einmal die Verhältnisse im Steigerwald gegenüber gestellt hätte – das hätte die Veranstaltung deutlich aufgewertet. Insgesamt wurde anschaulich dargestellt, wie man sich im Bayerischen Wald abkämpft, um touristische Erfolge zu erzielen. Die Rahmenbedingungen werden durch die Nationalparkverwaltung und die klammen Kommunen vorgegeben. Keine leichte Situation für jeden Touristiker.

Warum Tourismus nicht geeignet zu sein scheint, kommunale Finanzen zu sanieren, können Sie im Anhang lesen. Gemeindevergleiche 2017

Weiterhin empfehle ich als Quelle für Fakten, die man zu einer Meinungsbildung braucht, die Internetseite des Landesamtes für Statistik

Ein Tipp zur Vereinfachung der Suche: geben Sie bei google einfach “verschuldung ebrach” bzw. eine andere Gemeinde ein, dann bekommt man direkt die entsprechende PDF-Datei.

Desinformation der Naturschutzorganisationen zum Durchsetzen eines „Nationalparks Steigerwald“.

Meinungsäußerungen von Mitgliedern des Bund Naturschutz, die der Meinung des Vorsitzenden Prof. Weiger widersprechen, werden in den BN-Publikationen nicht veröffentlicht. Das ist grundsätzlich kein demokratisches Verhalten  Es gibt einige hochrangige, anerkannte Naturschützer, die sich in der Vergangenheit vom Bund Naturschutz distanziert haben, weil sich Herr Prof. Weiger darauf versteift hat, im Steigerwald einen Nationalpark einzurichten, obwohl jede Menge vernünftige Gründe dagegen sprechen.

Von einem BN-Mitglied, dessen Meinung bei den Bund-Naturschutz-Führern nicht willkommen ist, stammt folgender Beitrag:

Der Steigerwald befindet sich in einem ökologisch hochwertigen Zustand. Durch eine intelligente Waldbewirtschaftung, mit eingebetteten Naturreservaten, Biotopbäumen und Trittsteinflächen, wurde ein Waldzustand in so einer hervorragenden ökologischen Qualität erreicht, dass der Bund Naturschutz (BN) und andere Organisationen scharenweise die staunenden Besucher hinführen. Diesen herrlichen schönen Kulturwald möchten die Steigerwälder als Naturpark erhalten und weiterentwickeln.

Trotz alledem soll der intelligente Naturpark nach dem Willen von Naturschutzorganisationen und einigen Parteien durch einen orthodoxen Nationalpark verdrängt werden. Mit vorgeschobenen Bedrohungszenarien, „Rettungskampagnen“ und Motorsägenpolemik wird mit viel Geld, und hauptamtlichen Mitarbeitern, unterstützt durch Mainstreammedien ein gewaltiger öffentlicher und politischer Druck ausgeübt.

Die Steigerwälder, die den Naturpark erhalten wollen, aber nicht über diese enormen Machtmittel verfügen, sollen durch eine überregionale Stimmungsmache überrumpelt werden.

Überrumpelungsstrategie der Naturschutzorganisationen:

  1. Phantomvorwurf „Waldgefährdung“
  2. Desinformation der Öffentlichkeit und der Mitglieder des BN
  3. Diffamierung der Naturparkbefürworter

Die kompletten Ausführungen finden Sie hier: NP_Desinformation_030217

Klima- und Wirtschaftskiller Nationalpark

In einem “Nationalpark Steigerwald“ müsste man auf die Nutzung des wertvollen nachwachsenden Rohstoffes Holz in einem Umfang von jährlich ca. 56.000 fm verzichten. Diese Holzmenge müsste durch andere Werk- und Brennstoffe ersetzt werden.
Die Folgen wären: Ein Ersatz erfordert jährlich ca. 14 Mill. Liter Öl. Das ergibt unter Verwendung eines mehrjährigen Mittelwertes für den Ölpreis eine volkswirtschaftliche Belastung von jährlich ca. 8 Mill. €. Gleichzeitig entweichen ca. 25 Mill. kg CO2. Sichere forst- und holztechnische Arbeitsplätze fallen weg.
Die staatliche Subvention für einen Nationalpark liegen bei ca. 11,5 Mill. EUR, wenn man als Referenz den NP „Bayer. Wald“ zugrunde legt.
Der entgangene Gewinn des Forstbetriebes Ebrach liegt bei ca. 1,7 Mill EUR.
In der Summe ergibt sich jährlich ein volkswirtschaftlicher Aufwand von gut 21 Mill €.
Die Kosten der CO2- Zertifikate für 25 Mill. kg CO2, Abschreibungen und Zinsen für die Nationalparkinvestitionen, sowie regionale Randsubventionen für Touristik, und Infrastruktur lassen sich nur grob auf vielleicht 3 bis 5 Mill. € pro Jahr schätzen.

Daraus folgt, dass aus Steuermitteln 840,-€ je Tonne vollkommen unnötig erzeugtes CO2 aufzuwenden sind.
Das dürften sowohl Umweltschützer als auch Steuerzahler mit Missvergnügen zur Kenntnis nehmen.

Kein Meinungsumschwung im Steigerwald – klare Ablehnung eines Nationalparks

Stellungnahme zur Umfrage des Bund Naturschutz (BN) des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) und des WWF

Kein Meinungsumschwung im Steigerwald – klare Ablehnung eines Nationalparks

Der Verein „Unser Steigerwald“ weist den erneuten Versuch von BN, des Landesbundes für Vogelschutz und des WWF mit einer unbrauchbaren Umfrage einen Meinungsumschwung zugunsten eines Nationalparks im Steigerwald zurück. Die Aussagen von gerade einmal 1.000 Befragten bei 400.000 Einwohnern in der Region lassen keinen Rückschluss auf die tatsächliche Stimmung im Steigerwald zu.

Hinzu kommt, dass die tendenziöse Fragestellung der Umfrage alles andere als seriös ist.

Auch die Beschränkung der Umfrage auf einen kleinen Teil des Steigerwalds, jedoch unter Einbeziehung der weit entfernt wohnenden Stadtbevölkerung von Schweinfurt und Bamberg lässt das Kartenhaus dieses Zahlenpokers in sich zusammenbrechen.

Dagegen haben sich aktuell 20 Städte und Gemeinden mit der Verabschiedung der „Resolution Nachhaltigkeitsregion“ durch Beschluss der demokratisch gewählten Gremien eindeutig gegen einen Nationalpark ausgesprochen.
Vor dem Hintergrund dieses überwältigenden Votums von einem Stimmungswandel im Steigerwald zu sprechen ist Ausdruck mangelnden Respekts vor den gewählten Vertretern der Region.

Die Region befürwortet anstelle eines großen Totalreservats das Trittsteinkonzept des Forstbetriebs Ebrach. Dieses Konzept stellt einen sinnvollen Kompromiss für mehr Naturschutz im Wald ohne auf die Holznutzung gänzlich zu verzichten. Das Konzept hat unter Fachleuten mittlerweile europaweit hohe Beachtung gefunden. Auch das europäische Schutzkonzept Natura2000 attestiert den Wäldern einen hervorragenden ökologischen Zustand.

Der BN muss zur Kenntnis nehmen, dass er sich mit dem Steigerwald das falsche Gebiet für einen Nationalpark ausgesucht hat. Es handelt sich um ein altes Kulturland. Die Bevölkerung der dicht besiedelten Region ist auf die Brennholzversorgung aus dem Staatswald angewiesen.
Das Holz verarbeitende Gewerbe benötigt das Buchen- und Eichenstammholz. Holz der kurzen Wege ist ein wichtiger Wettbewerbsvorteil der klein- und mittelständischen Sägewerke. Der Forstbetrieb Ebrach ist der wichtigste Lieferant.
Daran kann auch eine sehr fragwürdige Umfrage nichts ändern.

Statt den Streit in der Region weiter zu befeuern, sollte der Bund Naturschutz konstruktiv an der Umsetzung des flächendeckenden Naturschutz-integrativen Konzeptes mitarbeiten.

Pressebericht zur Entscheidung von 20 Gemeinden

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Als Nachhaltigkeitsregion bestehende Strukturen stärken und neue Maßstäbe setzen, das wollen die 16 Bürgermeister aus dem Steigerwald, die gestern im Nachhaltigkeitszentrum Wald in Handthal ihre Pläne für eine künftige Entwicklung im Steigerwald vorstellten. Die Basis dieser Entwicklung ist eine Resolution, die mittlerweile von 20 Stadt-, Markt- und Gemeinderäten im Steigerwald verabschiedet wurde. Sie wendet sich im Tenor gegen die Ausweisung eines Großschutzgebiets stellt sich hinter eine nachhaltige Waldbewirtschaftung auf der Basis des Trittsteinkonzepts. Das Thema Nachhaltigkeit soll aber auch weit über die Frage der Waldbewirtschaftung hinaus weiter vertieft werden.
Die Initiative zur Resolution kam zum einen vom Verein „Unser Steigerwald“, aber auch aus dem Netzwerk von 25 Bürgermeistern, die sich seit Jahren immer wieder treffen, um gemeinsame Entwicklungskonzepte für den Steigerwald zu entwickeln. Ein solches Netzwerk sei wichtig, so Siegfried Ständecke, Bürgermeister von Michelau, weil sich die Menschen im Steigerwald zwar verbunden fühlten, die Region aber von vielen unsichtbaren Grenzen durchschnitten sei, die Kooperation nicht selbstverständlich machen. So treffen sich im Steigerwald drei Regierungsbezirke und sechs Landkreise. „Durch diese Lage kann man den Steigerwald aber auch als Herz Frankens bezeichnen“, so Ständecke.
Schon immer habe man hier nachhaltig gewirtschaftet, ein großer Wirtschaftsfaktor sei der Wald. Dass der Steigerwald als Wirtschaftswald so ökologisch wertvoll wurde, wie er heute ist, das zeige deutlich, dass die Form der Bewirtschaftung, weiterentwickelt von Ulrich Mergner zum Trittsteinkonzept des Forstbetriebs Ebrach, eine ideale Basis sei für eine zukunftsweisende Waldwirtschaft. „Obwohl wir 100.000 Festmeter Holz im Jahr nutzen, haben wir enorme Fortschritte in der Artenvielfalt auf ganzer Fläche des Wirtschaftswaldes“, so Ulrich Mergner.
Eine großflächige Stilllegung für einen Nationalpark lehnen die Kommunen, die die Resolution verabschiedet haben, ab. In der Gegenüberstellung der Karten des nördlichen Steigerwaldes und des Nationalparks Hainich in Thüringen wurde deutlich, dass ein solches Großschutzgebiet zwischen den zahlreichen Straßen und Orten gar nicht sinnvoll ausgewiesen werden kann. Dazu sorgen sich die Bürgermeister der Region um die mittelständischen Betriebe, die Holz weiterverarbeiten. „Das sind 1.000 Arbeitsplätze, nicht nur in Sägewerken“, so Rauhenebrachs Bürgermeister Matthias Bäuerlein. Gemeinsam mit seinem Kollegen Heinrich Faatz aus Walsdorf zeigte er auf, wie durch die Nutzung von Holz regionale Wertschöpfung entsteht bei gleichzeitigem Klimaschutz, nicht nur durch die kurzen Wege. So produzieren in Walsdorf drei Hackschnitzelöfen zwei Megawatt Leistung, was einer Wertschöpfung von über 100.000 Euro pro Jahr entspricht und die Verfeuerung von zehn Tanklastzügen Heizöl ersetzt.
Holz als erneuerbare Energie, vor allem aber als Bau- und Werkstoff habe enorme Potentiale und die Region Steigerwald sei prädestiniert, hier Akzente zu setzen, so Claus Seifert. Der Bürgermeister von Scheinfeld fordert eine Forschungseinrichtung zu diesem Thema in Franken. Was alles möglich ist, das zeige einerseits das neue Spanplattenwerk Marktbiebart, das mit dem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet wurde, andererseits die Entwicklung der Scheinfelder Holztage. Kamen bei der Premiere im Jahre 2008 noch 20 Anbieter, waren es in diesem Jahr 200 Aussteller vom Parkettleger bis zum Musikinstrumenten-Bauer und der Holzschmuck-Designerin, die bei über 10.000 Besuchern Interesse fanden. „Wir wollen die Nutzung des Holzes bei gleichzeitigem Naturschutz und da unterstützen wir Euch aus dem südlichen Steigerwald natürlich“, erklärte Seifert seinen Kollegen aus dem nördlichen Steigerwald.
Die Initiative „Nachhaltigkeitsregion Steigerwald – der bessere Weg für unsere Heimat“ entwickelte die gleichnamige Resolution und der Verein „Unser Steigerwald“ bat die Kommunen im Nördlichen Steigerwald, diese in ihren Gremien zu behandeln. „Damit wollten wir abklären, ob sich nach den letzten Kommunalwahlen die Einstellung zum Nationalpark wirklich gewandelt hat, wie das der Bund Naturschutz immer behauptet“, so der Vorsitzende von „Unser Steigerwald“, Staatssekretär Gerhard Eck. Während Gerolzhofen, Eltmann und Knetzgau die Resolution noch nicht auf der Tagesordnung hatten, wurde sie von Rödelsee, Geiselwind, Prichsenstadt, Iphofen, Abtswind, Rüdenhausen, Wiesenbronn, Castell, Wiesentheid, Burgwindheim, Frankenwinheim, Sulzheim, Oberschwarzach, Dingolshausen, Michelau, Donnersdorf, Oberaurach, Rauhenebrach, Walsdorf und Schönbrunn bereits zustimmend verabschiedet.
Damit unterstützen diese Kommunen das Trittsteinkonzept des Forstbetriebs Ebrach und fordern ein Wissenschaftsprojekt zur Begleitung dieses Konzepts. „Und wenn wir erreichen, dass das die Standard-Bewirtschaftung in Bayern oder ganz Deutschland wird, dann haben wir viel mehr erreicht, als ein Nationalpark jemals erreichen kann“, so Siegfried Ständecke. International setzt das Konzept bereits Akzente, viele Waldfachleute kamen schon nach Ebrach und nach Handthal, erst vor drei Wochen versammelten sich hier Naturschutz-Spezialisten aus 18 Nationen. „Wir gelten hier als Musterbeispiel des Prinzips Schützen und Nützen“, so Ulrich Mergner. Deutschland sei ein sehr intensiver Holznutzer, nur etwa ein Drittel des Bedarfs könne aber im Land produziert werden, der überwiegende Teil stamme aus Gebieten, wo noch heute Kahlschläge die Regel seien. Deshalb sei es wichtig, ein zukunftsweisendes Forstkonzept umzusetzen, statt großflächig Wälder still zu legen.
„Die hier anwesenden Bürgermeister sind keine Nein-Sager, sie wollen gemäß ihrem Wählerauftrag ihre Region mit ihren Gremien eigenverantwortlich entwickeln“, erklärte Staatssekretär Gerhard Eck. „Hier geht es nicht um Ideologien, sondern darum, wie unsere Bevölkerung in Zukunft lebt“, ergänzte Bürgermeister Matthias Bäuerlein.

Berichterstatterin Sabine Weinbeer

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